Gelingende Solidarität

AJay/stock.adobe.com
Wann
Mi, 18. Juni 2025, 09:30 - 17:30 Uhr
ics-DownloadWo
Veranstaltungsort
Allgemeine Informationen
Für die Teilnahme vor Ort ist eine Anmeldung erforderlich (ab 9.4.2025).
Die Liveübertragung im Internet kann ohne Anmeldung verfolgt werden.
Für Hörgeschädigte stehen vor Ort und online eine Simultanmitschrift sowie eine Übertragung in Gebärdensprache zur Verfügung.
Teilnehmende sind herzlich eingeladen, mitzudiskutieren: während der Veranstaltung vor Ort oder online über ein Fragemodul.
Im Nachgang werden ein Videomitschnitt und ein Transkript bereitgestellt.
Wir leben in turbulenten Zeiten. Gesellschaftliche Polarisierung, soziale Ungleichheiten und globale Krisen stellen den gesellschaftlichen Zusammenhalt auf die Probe. Technologische Umbrüche und geopolitische Konflikte verschärfen die Herausforderungen an das Gemeinwesen – während sich unser Alltag insbesondere infolge veränderter digitaler Kommunikationsformen zunehmend individualisiert. Wie viel Solidarität ist unter diesen Bedingungen möglich – und wie kann sie gelingen?
Im Rahmen seiner Jahrestagung will der Deutsche Ethikrat darüber diskutieren, was Solidarität bedeutet und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Menschen solidarisch handeln. Darüber hinaus sollen die Herausforderungen in den Blick genommen werden, die mit dem Gelingen von Solidarität in verschiedenen Lebensbereichen verbunden sind: Wie kann Solidarität über nationale und kulturelle Grenzen hinweg funktionieren? Welche Verantwortung haben wir gegenüber zukünftigen Generationen und anderen Lebewesen? Wie lässt sich Solidarität in der Mobilität und in der Stadtplanung fördern? Wie kann soziale Segregation verhindert werden, damit Menschen nicht nur nebeneinander, sondern miteinander leben? Welche Anforderungen ergeben sich aus dem Anspruch intergenerationeller Solidarität – etwa im Gesundheitswesen oder in der Rentenpolitik? Wie lässt sich ein gerechter Interessenausgleich zwischen den Generationen finden? Und wo liegen die Grenzen der Solidarität und gerechtfertigter Solidaritätserwartungen?
Ein Thema, das viele dieser Fragen in sich vereint und immer wieder intensiv diskutiert wird, ist die Migrationsgesellschaft. Auch anhand dieses Beispiels soll über die Gelingensbedingungen von Solidarität diskutiert werden – auf gesamtgesellschaftlicher, kommunaler und individueller Ebene.
Die Jahrestagung bringt Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Praxis zusammen, um Solidarität aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten – normativ, empirisch und strukturell. Verschiedene künstlerische Beiträge und ein Praxisparcours ehrenamtlich engagierter Akteure zum Thema „Solidarität im Alltag“ machen Solidarität im Rahmen der Tagung direkt erlebbar.
Programm
Zeit | Programmpunkt |
---|---|
09:30 | Künstlerischer Auftakt Straßenchor Berlin |
09:40 | Begrüßung Helmut Frister · Vorsitzender des Deutschen Ethikrates |
09:45 | Eröffnungsrede n.n. |
I. WAS BEDEUTET SOLIDARITÄT? | |
10:00 | Philosophische Perspektive Rainer Forst · Goethe-Universität Frankfurt am Main |
10:15 | Sozialwissenschaftliche Perspektive Armin Nassehi · Mitglied des Deutschen Ethikrates |
10:30 | Rechtswissenschaftliche Perspektive Angelika Nußberger · Universität zu Köln |
10:45 | Moderiertes Gespräch Moderation: Nils Goldschmidt · Mitglied des Deutschen Ethikrates |
11:10 | Zwischentöne Kordula Voss · Singende Krankenhäuser |
II. WIE SOLIDARISCH SIND WIR? | |
11:20 | Soziologisch-empirische Perspektive Jan Wetzel · Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung |
11:35 | Verhaltensökonomische Perspektive Dorothea Kübler · Technische Universität Berlin |
11:50 | Moderiertes Gespräch Moderation: Cornelia Betsch · Mitglied des Deutschen Ethikrates |
12:15 | Mittagspause Praxisparcours „Solidarität im Alltag“ |
III. SOLIDARITÄT UNTER DRUCK | |
13:30 | Forum A: Solidarität jenseits von wir, hier und heute Globale Solidarität Solidarität mit zukünftigen Generationen Solidarität mit anderen Lebewesen Diskussion |
13:30 | Forum B: Leben wir wirklich zusammen? Die soziale Gliederung unserer Städte Verkehr als soziale Frage Mit Raumplanung Solidarität fördern Diskussion |
13:30 | Forum C: Solidarität zwischen Generationen Familien als Orte gelebter Solidarität Wie viel Solidarität braucht unser Krankenversicherungssystem? Rentenhöhe und Umlagefinanzierung als Generationenkonflikt Diskussion |
15:00 | Kaffeepause Praxisparcours „Solidarität im Alltag“ |
IV. WIE GELINGT SOLIDARITÄT? – DAS BEISPIEL DER MIGRATIONSGESELLSCHAFT | |
15:45 | Affektiver Cut Michel Abdollahi · Performancekünstler und Journalist |
16:00 | Was heißt „unsolidarisch“? Wie gestaltet sich Solidarität in der Kommune? Hilft Integrationshilfe? Wie lernt man Solidarität? Abschlusspodium |
17:25 | Schlusswort Helmut Frister · Vorsitzender des Deutschen Ethikrates |
17:30 | Ende |